Speed Pedelecs Fachgespräch – Webinar der Allianz Zukunft S-Pedelec

Am 7.12.23 hatte Allianz S-Pedelec geladen zur Onlineveranstaltung
Speed-Dating Speed-Pedelecs: Fachgespräch „S-Pedelecs in Deutschland: Chancen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven“
In der Einladung hieß es:
Wir bringen Stakeholder aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammen, um die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der S-Pedelecs in Deutschland zu beleuchten und den Austausch zwischen den einzelnen Interessengruppen zu fördern.
Agenda:
1. Eröffnung und Begrüßung
2. Impuls:
– Udo Sieverding, Abteilungsleiter Mobilität der Zukunft, Radverkehr, ÖPNV im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
3. Blick ins Ausland, Forschung in Deutschland
– Erfahrungsbericht Schweiz: Marvin Platter, Geschäftsführer Velosuisse
– Einblick S-Pedelec Studie: Anke Schäffner, ZIV
– Fragen und Diskussion
4. Diskussionsrunde: Gesetzliche Rahmenbedingungen und Regulierung
– Erfahrungsbericht Tübingen: Daniel Hammer, Verkehrsamt Tübingen
– Kurzbericht wissenschaftliche Studie Tübingen: Elias Keller, Hochschule Rhein Main
– Weitere Diskussion mit:
– Udo Sieverding, Abteilungsleiter Verkehrsministerium NRW
– Daniel Hammer, Verkehrsamt Tübingen
– Alexander Rosenthal, Zukunft Fahrrad
5. Schlusswort und Ausblick
Weitere Informationen über unsere Initiative finden Sie unter www.s-pedelec.info

Ansprechpartner und Verantwortlicher: Andreas Kraus
c/o Politik+Strategie, Reinhardtstr. 46, 10117 Berlin

Die Allianz Zukunft S-Pedelec wurde auf Initiative der S-Pedelec-Hersteller Stromer, Klever Mobility (in Köln ansässig), Riese & Müller und HPVelotechnik gegründet. Weitere Kooperationspartner ist das House of Logistics and Mobility (HOLM) sowie die Radprofessuren der Hochschule RheinMain und die Hochschule Darmstadt.

Wir setzen uns für eine Flexibilisierung der Nutzungsmöglichkeiten für S-Pedelecs durch die Öffnung geeigneter Außerorts- und Schnellradwege sowie für die Öffnung von innerörtlichen Fahrradwegen und Radstreifen mit angepassten Geschwindigkeiten ein.

Hier meine Zusammenfassung des 1,75h Webinars: (Wegen technischer Probleme wurde Reihenfolge der Agenda geändert)

Nach Begrüßung hat Martin Platter, Geschäftsführer Velosuisse, Schweiz, das Wort:
Laut ihm sind S-Pedelec in der Schweiz erfolgreich, da sie dort auf den Radwegen fahren müssen und er betont, dass es gut funktioniert.
Momentan wird erwogen, ob man die noch gültige Radwegebenutzungspflicht aufhebt und in eine Wahlfreiheit umwandelt, also ob auch die Fahrbahn nach eigenem Ermessen genutzt werden darf.
Er gab uns auch die folgenden Daten an die Hand:
In der Schweiz erhebt das Bundesamt für Statistik die durchschnittlichen Reisengeschwindigkeiten der Verkehrsträger. Das ist das Ergebnis: Fahrrad 13,3 km/h, E-Bike25 17 km/h, Motorfahrrad/S-Pedelecs 20,3 km/h, Kleinmotorrad 24,6 km/h, Motorrad 31,5 km/h, Auto 37,1 km/h, Strassenbahn 16,6 km/h, Eisenbahn 62,2 km/h.
Sowie das Merkblatt zu den Schweizer Vorschriften von der Homepage des Bundesamts für Straßen zum Downloaden: https://www.astra.admin.ch/astra/de/home/themen/verkehrsregeln/vorschriften-trendfahrzeuge.html

Der nächste Referent Udo Sieverding: Abteilungsleiter Mobilität der Zukunft…, NRW (s.o.)
berichtet zum Erlass des Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen NRW, Empfehlung an Bezirksregierungen zur Weitergabe an die Straßenverkehrsbehörden – dieser ist einsehbar auf der Seite von Martin Metz, MdL NRW: https://martinmetz.de/nrw-ermoeglicht-freigabe-von-radwegen-fuer-s-pedelecs
Ein WDR- Beitrag darüber habe für Aufregung gesorgt, Skepsis v.a. bei Fuß ev., und räumt ein, bessere Kommunikation im Vorfeld mit z.B. auch ADFC diese hätte entschärfen können.
Er befürwortet schrittweises, behutsames Vorgehen, drastische Zunahme oder Bekanntwerden schwerwiegender Unfälle wäre kontraproduktiv.
Könne er eine Prognose zu wagen, wie es sich auf Bundesebene entwickeln könnte? Dahin sei es noch ein längerer Weg, solch ein Erlass sei nur ein erster Schritt am Anfang der Diskussion, anhand von Erfahrungen mit ersten Beispielen könne man dann das Thema in die Verkehrsministerkonferenz einbringen.

Danach spricht Anke Schäffner über die Mobycon Studie im Auftrag des ZIV: „Wo fahren S-Pedelecs?“ –

https://www.ziv-zweirad.de/wp-content/uploads/2023/11/ZIV-Studie-Wo-fahren-S-Pedelecs_Nov23.pdf
Als wichtige Erkenntnisse der gesichteten Studien hebt sie hervor, das Umstiegspotenzial von PKW auf S-Pedelec wissenschaftlich sei belegt, außerdem konnte kein außergewöhnliches erhöhtes Unfallrisiko festgestellt werden, allerdings können die Unfallfolgen doch etwas schwerwiegender sein.
Sie erläutert einiges von dem, was in der Publikation nachzulesen ist … – mit dem Hinweis auf sehr unterschiedliche Datenlage aufgrund verschiedener Landesgesetze …
Da findet sich eine Zusammenfassung der Studie bei https://focus-mobility.de/magazin/alternative-zum-auto-s-pedelecs-im-europa-vergleich

Der folgende Bericht ist von Daniel Hammer Tübingen, Verkehrsplaner beim Verkehrsamt Tübingen, der maßgeblich an der Erarbeitung des S-Pedelec-Netzes beteiligt war. Wichtig war ein durchgängiges –ca. 80 km langes – Netz – teilweise mit Geschwindigkeitsbegrenzungen – zu schaffen. Vorgehen war eigenständiges Verwaltungshandeln, also ohne Stadtratsbeschlüsse oder begleitende Öffentlichkeitsarbeit, mit Ansatz – durchaus mit fachlicher Vorüberlegung – es einfach mal auszuprobieren und der Offenheit Entscheidungen nachträglich in Abhängigkeit der gemachten Erfahrungen rückgängig machen zu können. Er erwähnt, der Beschilderungsaufwand sei hoch (100 Schilder). Erfahrung bisher: Keine Unfälle gemeldet, Bedenken haben sich nicht bestätigt; keine Beschwerden, mag an der geringen Zahl von Nutzenden liegen (?). Angemerkt wird, die Tübinger Verwaltung verfügt über eine Dienst S-Pedelec Flotte. Bedauerlich sei, dass Tübingen bisher nur eine Insellösung bis zur Stadtgrenze ist. Erfreulich aber, dass dieser Real-Versuch inzwischen wissenschaftlich begleitet wird.

Womit als Nächstes der Kurzbericht folgt von Elias Keller H-rm, wissenschaftlicher MA der Studie in Tübingen, https://www.sofia-darmstadt.de/projekte/laufende-projekte/s-pedelec
Zuletzt spricht Alexander Rosenthal von Zukunft Fahrrad kurz über die Wünsche an die Politik, und davon, dass das 2021 in Kooperation mit dem VCD und VSF erarbeitete Hintergrundpapier noch immer aktuell sei.

Vieles war mir schon bekannt, aber ich bekam auch viele neue Informationen und Impulse. Ich danke den Veranstaltern sehr für diesen bereichernden Austausch

Da noch ein Artikel von LEVA EU zur Mobycon/ZIV-Studie

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